Dienstag, 6. Oktober 2009

Nouvelles

Jetzt, da ich mir endlich die Möglichkeit verschafft habe, zuhause ins Internet zu gehen, werde ich in den nächsten Tagen alles nachholen, wozu ich in letzter Zeit keine Gelegenheit hatte. Und auch die Blogeinträge und Fotos werden spürbar regelmäßiger werden. Versprochen.


In diesem Sinne also weiter im Text:

Ich habe mich in Bassila recht gut eingelebt und fühle mich hier sehr wohl. Die Menschen sind freundlich und nehmen mich gut auf...Der Sohn vom Chef ein bisschen zu freundlich. Die Kinder hier bekommt man schwer wieder los, wenn man einmal die Tür aufgemacht hat...
Auf Arbeit gab es bis jetzt noch nicht allzu viel zu tun. Aber da wir uns gerade in der Planungsphase zur deutsch-beninische Woche befinden, die in naher Zukunft stattfinden soll, haben wir vermutlich bald alle was vor. Und ich denke, das wird eine lustige Sache. Auch wenn das Vorbereitungstreffen dafür allen etwas die Illusion genommen hat. Mit schnellen Entscheidungen darf man hier wohl nicht rechnen.... =)
Und da die Schule jetzt wieder angefangen hat, freue ich mich auf neue Herausforderungen in den Schulen der Umgebung. Neugkeiten folgen, wenn ich mehr weiß...

Die letzte Zeit war aber doch ereignisreich und die Erlebnisse will ich der verehrten Leserschaft keinesfalls vorenthalten.
Wir haben in Nati vor zwei Wochen ein Hotel mit Pool entdeckt. Bei der Hitze ist das echt ein Genuss...Auch wenn es doch arg touristisch angehaucht war.Aber das darf man mal machen, denke ich.
In der darauffolgenden Woche war ich Abends im Stadion von Bassila. Beim Spiel Bassila gegen irgend eine andere Stadt. War echt lustig, auch da mein Kumpel Afo versprochen hat, mich dem Trainer vorzustellen, so dass ich bald mit der Heimmannschaft trainieren kann. Ich glaube, dass wir cool, wenn auch anstrengend, da Sport bei den Temperaturen leicht schweißtreibend sein kann...

Und nun das Beste: Der Botschafter in Cotonou hatte uns für den 2. Oktober zu einem Empfang eingeladen. Zur Feier des Tages der deutschen Einheit. Sind wir am Donnerstag gesammelt in die Hauptstadt gefahren, auch wenn es gar nicht die Hauptstadt ist. Die Busfahrt, 6 Stunden, ist recht schnell vergangen, auch wenn die afrikanischen Serien, die in übelster Lautstärke auf den zwei Bildschirmen im Mittelgang laufen arg belastend sind. Die ersten ein, zwei Stunden ist es noch lustig, aber dann wird es nervtötend. Aber was tut man nicht alles, um nach Cotonou zu kommen.
In der Stadt angekommen sind wir zur Uni gelaufen, wo drei andere Freiwillige im Studentenwerk wohnen, bei denen wir die Zeit übernachten konnten. Nach dem wir uns ein Bisschen eingerichtet hatten, haben wir uns in ein Taxi gesetzt und sind in die Stadt an das "Stade de l'amitié" gefahren, wo wir den Abend essend und trinkend verbracht haben um dann Mitten in der Nacht auf Mopeds, den Zemijans, nach Hause in die Uni zu fahren.
Am nächsten Tag sind Matthieu, Tobias und ich auf den Klamottenmarkt gefahren. Tobias brauchte noch Schuhe für den Empfang am Abend und ich wollte nac Fußballschuhen gucken und so machten wir uns auf den abenteuerlichen Trip mit den Zems durch die Stadt.
Dazu muss man sagen, der Fahrstil ist...na ja...Die Italiener sind dagegen Lämmer....Wenn es irgendwie geht, dann lade ich das Video hoch, was ich gemacht habe. Sonst müssen die Fotos reichen...
Als wir dann zum Glück lebendig am Markt angekommen waren, wurde es lustig. Schuhe kaufen auf einem Markt in Afrika ist was feines. Sobald der Verkäufer merkt, das du auch nur das geringste Interesse hast, hängt er wie eine Klette an dir, preist seine Wahre in den höchsten Tönen an und versichert dir, das alles höchste Qualität und nur für dich vom Feinsten sei....Ja,ja....Tobias hat sich dann irgendwann für ein par entschieden. Natürlich Gucci... =) dann blieb nur noch der Preis...
er wollte 25.000 F-CFA. Zur Info: das sind 38 Euro. Wir hatten viel Spass beim handeln. Und als er gemerkt hat, das er die drei Weißen doch nicht so leicht über den Tisch ziehen kann wurde er echt unfreundlich, was uns nur noch bessere Laune gemacht hat.... Wir haben Ihn auf 9000 F-CFA runtergehandelt. Also 13 Euro. Was zwar immer noch definitiv zu viel war, aber zu verschmerzen ging.
Mathieu wollte dann noch Badehosen kaufen, da wir uns mit den anderen am Strand verabredet hatten. Das war dann nicht mehr ganz so lustig, weil und die Verkäufer ein bisschen zu sehr auf die Pelle gerückt sind. Also hat Mathieu, der Halbfranzose ist, mal ganz kurz auf Französisch einen Raster bekommen und plötzlich hatten wir unsere Ruhe und wieder gute Laune, als wir des Händlers Gesicht gesehen haben. Er hat trotzdem ein gutes Geschäft gemacht.
Wir wollten dann ins DED-Gästehaus, wo unsere Klamotten lagen und dann später zum Strand. Und mittlerweile haben wir gemerkt, das man sich bei den Zemfahrern blöd stellen muss. Wenn man überzeugend doof ist und sich weigert, meht zu bezahlen, dann kann man sie enorm runterhandeln.
Den Strand in Cotonou kannten wir ja schon, aber es ist immer wieder schön, diese Erfrischung zu genießen, auch wenn man nicht richtig schwimmen kann.Nur man ist danach an allen möglichen Stellen versandet, die ich jetzt nicht näher benennen will, so dass die Dusche dannach echt angenehm war.
Im Gästehaus haben wir uns dann für den Abend beim Botschafter angezogen. Aber die Krawatte hab ich dann doch sein gelassen. Einfach zu warm. Aber es war gut, das Tobias doch noch Schuhgekauft hat. Denn als wird dann abends in der Residenz ankamen, war es doch sehr edel, was Kleidung und Ambiente anging. Auch wenn es etwas sehr kitschig und übertrieben deutsch war. Überall Fähnchen, Bratwurst, Leberkäse, Flens und ein Kuchen in schwarz-rot-gold. Schon lustig, was man mit Steuergeldern alles anstellen kann. Aber ich muss sagen, es war schon cool, bei so einem Empfang mal dabei gewesen zu sein. Die Reden sind zwar überall die selben aber die Stimmung und das Drumherum war doch sehr angenehm. Das einzige, was wirklich komisch war, was das sobald man das Gelände duch das tor betreten hat in einer anderen Welt war. Das hatte mir dem Entwicklungsland Benin nichts mehr gemein. Und in dem Moment hat man den Unterschied und den Status des Weißen richtig vor den Latzt geknallt bekommen. Das ist schon ein seltsames Gefühl, was uns da alle beschlichen hat.
Der Rückweg in die Uni war schon etwas unheimlich. Nachts in der chaotischen Großstadt auf einem Moped das jeden moment zusammenbrechen könnte... Zumal einige der Mitfreiwilligen am Morgen Zeugen eines Unfalls mit zwei Toten wurden und die den Schock noch nicht so verdaut hatten. Aber uns ist nichts passiert.
Den nächsten Tag haben wir dann auch noch in Coto verbracht. Zwei mussten schn wieder in den Norden, weil sie am Sonntag immer arbeiten müssen. Ich war nochmal mit Tobias auf dem Kleidermarkt. Stoff kaufen, bei dem wir echt ein Schnäppchen gemacht haben. Ich bin gespannt, wie die Klamotten dann aussehen, die ich mir daraus machen lassen will.Sonst war den Tag wenig los. Wir haben am Abende zwei lustige Bars endeckt und es uns gutgehen lassen. Was wir dann auch am Sonntag morgen verfolgt und im Gästehaud des DED richtig dekadent gefrühstückt haben. Mit allem, was dazu gehört. Muss auch mal sein. Dannach bin ich nach Porto-Novo gefahren. Der eigendlichen Hauptstadt, die aber viel kleiner und ruhiger als Coto ist. Dort leben auch ein par Freiwillige, die uns dann die Stad gezeigt und bei den wir übernachtet haben. Leider mussten wir dann am Montag um vier Uhr früh aufstehen, da wir mit dem Taxi nach Coto zum Bus mussten, der um sieben fährt. Dementsprechend verpennt lief dann die Busfahrt in den Norden ab, wo ich nun wieder bin und versuche mein Erkältung (ja, man kann sich in Afrika erkälten!) auszukurieren. Hoffendlcih ist es nur eine Erkältung. Hab grad nicht so Bock auf Malaria oder ähnliches. Verständlicherweise.

Dann bin ich jetzt am Ende der neusten Infos. Ist doch eine Menge passiert in letzter Zeit und ich muss sagen, dass es langsam echt Spass zu machen beginnt, auch wenn ich Deutschland und alle Freunde natürlich vermisse. Deswegen hole ich mir heut abend meine Katze ab. =)

Bis demnächst....ich freue mich über alle mails, briefe und so weiter. Vielleicht sollte ich noch meine Adressen kundtun.

GAPE-ONG
Benjamin Jakob
boite de poste 35
Bassila
République du Benin

A plus

Benni

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